Der Halo Effekt

Warum „schöne“ Menschen leichter Karriere machen!

Der  Halo Effekt besagt: wir lassen uns von einem Aspekt blenden und schließen von ihm auf das Gesamtbild. Das Wort „Halo“ hat nichts mit Begrüßung zu tun, sondern ist das englische Wort für „Heiligenschein“.

Der Halo Effekt funktioniert immer gleich: aus einfach zu beschaffenden oder besonders plakativen Fakten, zum Beispiel der finanziellen Situation eines Unternehmens, schließen wir automatisch auf schwieriger zu eruierende Eigenschaften wie die Güte des Managements oder die Brillianz einer Strategie. So tendieren wir dazu, Produkte eines Herstellers, der einen guten Ruf besitzt, als qualitativ wertvoll wahrzunehmen, selbst wenn es dafür keine objektiven Gründe gibt.

Von Führungskräften, die in einer Branche erfolgreich sind, wird angenommen, dass sie in allen Branchen erfolgreich sein werden, ja selbst im Privatleben Helden sein müssen. Der Psychologe Edward Lee Thorndike hat den Halo Effekt vor fast 100 Jahren entdeckt. Eine einzelne Qualität einer Person (zum Beispiel Schönheit, sozialer Status, Alter) erzeugt einen positiven oder negativen Eindruck, der alles andere überstrahlt und so den Gesamteindruck unverhältnismäßig beeinflusst. Schönheit ist das am besten erforschte Beispiel. Dutzende von Studien haben nachgewiesen, dass wir schöne Menschen automatisch als netter, ehrlicher und intelligenter betrachten. Auch machen attraktive Menschen nachweislich leichter Karriere – und das hat nichts mit dem Mythos (bei Frauen) des Hochschlafens zu tun. Der Effekt lässt sich schon in der Schule nachweisen, wo die Lehrer einem gut aussehenden Schüler unbewusst bessere Noten erteilen. Die Werbung kennt den Halo Effekt gut: entsprechend viele Prominente lächeln von dem Plakatwänden. Warum ein Tennis Profi ein Kaffeemaschinenexperte sein soll, ist rational nicht nachvollziehbar, tut aber dem Werbeerfolg keinen Abbruch. Das Perfide am hallo Effekt ist gerade, dass er unbewusst bleibt. Das größte Unheil richtet der Effekt an, wenn Herkunft, Geschlecht oder Rasse zum dominierenden Merkmal wird, dass alle anderen Eigenschaften einer Person überstrahlt. Dann sprechen wir von Stereotypisierung. Man muss kein Rassist oder Sexist sein, um ihr zum Opfer zu fallen. Der Halo Effekt trügt unserer Sicht, sowie Journalisten, Lehrer und Konsumenten sind benebelt. Gelegentlich hat der Halo Effekt auch schöne Folgen – zumindest kurzfristig. Waren Sie schon einmal Hals über Kopf verliebt? Dann wissen Sie, wie stark ein Halo strahlen kann. Der von Ihnen angebetete Mensch erscheint vollendet: überdurchschnittlich attraktiv, intelligent, sympathisch und warmherzig. Selbst dort, wo ihre Freunde mit dem Zeigefinger auf offensichtliche Makel hinweisen, sehen sie nichts als liebenswerte Schrullen.

Fazit: der Halo-Effekt versperrt uns die Sicht auf die wahren Eigenschaften.

Schauen Sie darum genauer hin.

Klammern sie das herausstechende Merkmal aus. Weltklasse Orchester tun dies, indem sie Kandidaten in der einer Leinwand spielen lassen. Damit vermeiden Sie, das Geschlecht, Rasse oder aussehen Ihre Bewertung beeinflussen.